Das Rote Zelt der Frauen

Bei vielen verschiedenen indigenen Völkern auf der ganzen Erde gab es seit frühesten Zeiten Rote Zelte – auch Mondhütten genannt – in denen die Frauen einer Gemeinschaft die Zeit des Blutens miteinander verbrachten. Sie waren in dieser Zeit von den alltäglichen Arbeiten entbunden, um sich ganz auf den Prozess des Loslassens, der Reinigung und Regeneration einlassen zu können.

Zur Zeit der Blutung ist der Schleier zur Anderswelt hauchdünn und die Frau hat eine verfeinerte Wahrnehmung. Sie ist sehr feinfühlig, empfindsam, sensibel und leicht verletzlich. Frauen haben seherische Fähigkeiten, Zugang zu Intuition und innerem Wissen.
Auch die Wechseljahre sind besondere Zeiten im Leben einer Frau. Sie sind ein Übergang in einen neuen Lebensabschnitt. Es bedarf einer neuen Sichtweise auf das Alter, denn erst jetzt öffnet sich das Tor zu Wissen und Weisheit. Durch die Würdigung der alten Menschen können wir diesen unendlichen Schatz an Erfahrungen und Lebensweisheiten entdecken und an die kommenden Generationen weitergeben.

Wir spüren in uns den Wunsch, einen Raum zu schaffen, in dem die Anliegen aller Frauen in jedem Lebensalter Platz finden. Einen Raum der Begegnung und Kommunikation, in dem wir Frauen wieder lernen, uns selbst und andere wertzuschätzen und die Schwesternschaft und Verbundenheit aller Frauen neu erleben.

Momentan gibt es bei unserem Festival der Weiblichkeit jedes Jahr im Mai die Möglichkeit das Rote Zelt selbst zu erfahren. Unsere Vision ist es, dass es in Vorarlberg sowohl ein fixes Rotes Zelt geben wird, das jederzeit besucht werden kann, als auch mobile Rote Zelte, die an verschiedenen Orten aufgestellt oder auch für gewisse Zeiten und besondere Anlässe ausgeliehen werden können.